Ferias – In der Tiefe des Ozeans

Roman von Jasmin Jülicher
Band 1 der Trilogie

… »Verdammt!« Xed warf sich hinter die kleine Mauer und zählte lautlos bis zehn. Erst dann wagte er es wieder, den Kopf hinter den Steinen hervorzustrecken. Die beiden Wachen, die eben noch keine zehn Meter von ihm entfernt gestanden hatten, waren weitergegangen. Vierzig Meter, schätzte Xed die Entfernung. Das müsste reichen.
Leicht gebückt huschte er über die Straße, die nur hier und da von einsamen Gaslaternen erleuchtet wurde, nicht genug, um wirklich etwas erkennen zu können.
Das Kopfsteinpflaster barg immer die Gefahr zu stolpern, gerade im Dunkeln, doch Xed kannte diesen Teil der Stadt wie seine Westentasche. Nach wenigen Augenblicken war er auf der anderen Seite angelangt und stand unter dem Schild, das in großen goldenen Lettern »Kunstgalerie Leer« verkündete.
Xed wandte sich um und drückte wie beiläufig mit den Händen hinter seinem Rücken gegen die Tür aus Eisen, die sich jedoch keinen Zentimeter rührte. Abgeschlossen, aber das hatte er erwartet.
Er zog sein Werkzeug aus der Jackentasche und machte sich am Schloss zu schaffen. Nach wenigen Augenblicken …. „Ferias – In der Tiefe des Ozeans“ weiterlesen

Fantasy trifft Mythologie

Gute Fantasy-Geschichten sind immer in den wunderschönen uralten Mythologien verwurzelt. Und zwar völlig egal, ob
es sich dabei um ein Märchen oder eine Gruselgeschichte handelt.
Nehmen wir als Beispiel hier mal die Gebrüder Grimm – sie haben durch ihre Märchen viel Wissenswertes der alten Sagen, Bräuche und Rituale, hübsch verpackt in Kindergeschichten, an den Inquisitoren vorbei geschmuggelt. Und auf diese Weise für die Nachwelt erreichbar gemacht. »Frau Holle«, eine Märchengestalt für Kinder, hat ihren Ursprung beispielsweise in der Göttin Frigg, der Gemahlin des Gottes Odin aus der nordischen Mythologie.

Wenn eine Figur in einer Fantasy-Geschichte so richtig gut ist, ist für den Autor eine intensive Recherche vorausgegangen, in der er die Figur in ihrer mythologischen Bedeutung analysiert, und ihr dann seinen ganz persönlichen Charakter eingehaucht hat. Hier bieten die Mythologien ein sehr gutes Fundament, um eine Figur so realistisch werden zu lassen, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass die Geschichte genauso passiert.

Wer die alten Mythologien kennt, sieht Fantasy mit ganz anderen Augen

In unseren Kinderbüchern findet sich das zum Beispiel bei Alwis der Zwerg. Gudrun Opladen hat die Figur aus der Edda hier sehr gut analysiert, ihr dann kindgerecht einen Charakter verliehen und die Geschichte aus dieser schönen Perspektive erzählt.

Oder Alina Sawallisch in ihrem Jugendbuch Auch der Mond wirft Schatten. Bald erscheint der erste Band ihrer Geschichte, in welcher ein Alp sein Unwesen treibt – ein Dämon aus der nordischen Mythologie, welchen die Autorin richtig gut recherchiert und charakterisiert hat.
Ein Wesen, welches tagsüber als Mensch und in der Nacht als Alptraum bescherender Dämon auftritt, der seinen Opfern ihre Energie und schlimmstenfalls auch den Verstand raubt.

Mit einer geheimnisvollen Schnitzerei, welche einen weiblichen Dämon darstellt, haben wir es in Dieter R. Fuchs Roman Hannya – im Bann der Dämonin zu tun. Und obwohl die Hannya mit zwei Hörnern dargestellt wird, hat sie mit dem hiesigen Teufel gar nichts zu tun. Eine Hannya ist in der Regel weiblich. Und dazu wunderschön … Aus grenzenloser Liebe, die keine Erfüllung findet, entwickelt sich in ihrem Fall ebenso grenzenloser Hass – sie ist eine der gefürchtetsten Dämoninnen Japans.

Die Mythologien sind sich überall auf der Welt so unglaublich ähnlich!

Dass die Mythologien sich überall auf der Welt so ähnlich sind, obwohl man doch damals gar kein Internet hatte, um sich abzusprechen, das beweist doch nur einmal wieder ihren wahren Kern.

Aber nicht nur Dämonen, Hexen und Götter bieten eine prima Grundlage für gute Geschichten, auch Naturgeister sind fantastische Vorlagen.
Auch hier ein kleines Beispiel:
Eine Dryade ist ein wunderschöner Baumgeist in der griechischen Mythologie. Sie hat einen Baum, in dem sie lebt, mit dem sie treu verwachsen ist. Freiwillig würde sie sich niemals lange von ihrem Baum trennen. Der Baum würde ohne seine Dryade leiden und sterben. Der Dryade selbst würde es keinen Deut besser ergehen – auch sie kann ohne ihren Baum nicht leben.

Wir Menschen können eine Dryade nomalerweise nicht sehen. Wenn du aber bei deinem nächsten Waldspaziergang aufmerksam hinhörst, dann kannst du vielleicht ihren wundervollen Gesang hören …

Wie schlimm es für eine Dryade ist, wenn der Natur um sie herum etwas Schreckliches geschieht, das beschreibt Petra Gugl sehr packend in ihrer Kurzgeschichte »Die Rache der Dryade« in unseren Magischen Kurzgeschichten Band 3.
Und in unserem Freebie-Bereich findest du die Geschichte von Doris E.M. Bulenda. »Der Dryader und die Frau«. In diesem Fall ist es Liebe, welche zwischen einem Dryader und einer jungen Frau entsteht. Und sie ihr Leben lang begleitet und beeinflusst …

Die magischen Wesen sind mitten unter uns

Lass dir nicht von sogenannten Experten erzählen, dass Dryaden, Elfen, Dämonen und andere magische Wesen ausgestorben seien.
Das ist doch Blödsinn!
Sie sind immer noch da, mitten unter uns! Wir müssen nur achtsam sein und genau hinsehen …

Bis bald, alles Liebe für dich und – hör und sieh bei deinem nächsten (Wald)-Spaziergang lieber genau hin, was da so alles um dich herum passiert 🙂

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Höllentrip mit Luzifer

Cover Höllentrip mit LuziferEin Roman von Doris E. M. Bulenda

Der Zettel war in meinem Briefkasten – ein strahlend weißes Blatt Papier. Und darauf ein großer, roter Blutstropfen. Mein Entsetzen hätte nicht größer sein können, als ich diese »Nachricht« zwischen ein paar uninteressanten Werbesendungen fand …

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Beheaded – Der Wille der Schatten

Ein Roman von Stefan Goebels
Band 1

Bild Beheaded - Der Wille der Schatten… Die Geburt schmeißt uns in eine unbarmherzige Welt. Eine dünne Schicht Fleisch trennt uns vom Hass, den es dort ebenso reichlich gibt wie Luft zum Atmen. Ich wurde zweimal geboren. Die Bewusstlosigkeit nahm die Rolle des Mutterleibs ein. Sie spuckte mich aus, harsch übergab sie mich dem Dasein eines Gefangenen …

Ein Untoter auf kopfloser Suche
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Dämonische Lovestory

Von Doris E. M. Bulenda

… Leute ohne Orientierungssinn sollten nicht zu einem einsamen Trip allein durch einen unübersichtlichen Wald aufbrechen.
Dieser Gedanke plagte mich nun bereits eine ganze Weile – genauer gesagt, gleich nachdem ich mich auf diese komische Wanderung eingelassen hatte.
Es war eine Wette gewesen mit mehreren Freunden. Wir hatten jeder einen eigenen Weg zugeteilt bekommen, dem wir durch einen dunklen, unbekannten Wald folgen mussten. Wer als Erster am Ziel war, bekam einen Preis, ein großes Abendessen mit allen Schikanen …

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Charlotte – der unergründliche Spiegel

Ein Roman von Sabrina Nickel

… Durch ein geöffnetes Fenster am anderen Ende des Raumes flutet Sonnenlicht. Staub wirbelt in den Strahlen und glänzt wie Gold. Unter dem Fenster, hinter einem Umzugskarton, taucht ein schwarzes Katzenköpfchen auf. Gerade will ich ein ernstes Wort mit der Kleinen reden, da fällt mir ein Buch im Karton auf. Es ist etwas zerfleddert und hat einen schwarzen Ledereinband mit einer silbernen Schnalle, die in der Sonne glänzt. Die Größe entspricht in etwa der eines Notizbuches. Ein ovaler, in die Schnalle eingelassener Stein blitzt mich in einem geheimnisvollen Grün an. Ich kann nicht anders – ich nehme es aus dem Karton, schlage es auf und fange an zu lesen …

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Maharads- das Geheimnis der Sterne

Cover Maharads - das Geheimnis der SterneEin Roman von Melanie Klein

… Er hat mich, er will mich und er wird mich nie wieder gehen lassen. Mein Leben – ein einziger Scherbenhaufen, den ich vermutlich nie wieder richtig zusammengesetzt bekomme.
Seit sechs Monaten sitze ich jeden Abend in diesem, nach verfaulten Lebensmitteln stinkenden, Saal. Ein Saal, den ich seit sechs Monaten verfluche, genauso wie mein jetziges Dasein auf diesem verdammten Schloss – auch Arche der Hoffnung genannt, doch ich bevorzuge den Begriff Hölle … „Maharads- das Geheimnis der Sterne“ weiterlesen

Zeitlose – Simeons Rückkehr

Ein Roman von Eva-Maria Obermann

… Ich traute meinen Ohren nicht. »Er rennt mit ihr über den Markt?«, wiederholte ich für mich.
»Ja, und dann springen sie in einen Wagen voller Stroh«, erzählte der Junge ahnungslos weiter, während mein Magen zu rebellieren begann und die Wände sich um mich drehten.
In diesem Moment wurde die Tür aufgerissen und ein Mann stürmte herein … „Zeitlose – Simeons Rückkehr“ weiterlesen