Die Seelenkäuferin

Ein Roman von Sabine Kampermann

… »Wie bitte, welchen Namen?«, willst du wissen.
Ts, Ts, wie neugierig! Mein Name, lieber Leser, geht dich nichts an! Gute Fee genügt. Deinen Namen verrätst du mir ja ebenfalls nicht. Brauchst du auch nicht, denn was bitte soll ich damit? Bist du damit einverstanden, dass ich dich duze? Ansonsten lege das Buch einfach zur Seite und lies ein anderes.
Höre ich richtig? Was sagst du da? »Ich lese doch keine Märchen mehr mit oder ohne Butter. Das ist was für Kinder.«
Du bist dafür natürlich zu alt. Denkst du!
Tatsächlich? Wir werden sehen. Stell dir eine lebensfeindliche Welt vor, voller Eis oder eine tödliche Wüste, am besten beides, gespickt mit Ungeheuern, im Vergleich zu denen dir Godzilla wie Lurchi erscheint. Dann kommst du hier auf deine Kosten … „Die Seelenkäuferin“ weiterlesen

Die Elvyss – Verlockung der dunklen Macht

Ein Roman von Janina Breidt

… Als sie am Rande des Waldes ankamen, blieb Arkon schlagartig stehen. Ehrfurcht machte sich in ihm breit, und sein Herz raste.
»Magier Eledon, wir können nicht weiter gehen … was ist mit der dunklen Gestalt, die darin wohnt? Was ist, wenn wir ihr zum Opfer fallen …?«
»Genau deshalb sollst du mit mir kommen. Es gibt einiges, was ich dir erklären muss«, flüsterte Eledon. Mit diesen Worten drehte er sich um und ging unbeirrt den Pfad weiter.
Nach weiteren fünf Minuten Marsch reichte er Arkon eine Phiole und bat ihn, sie zu leeren. Was dann geschah, und was er dann erblickte, machte ihn sprachlos … „Die Elvyss – Verlockung der dunklen Macht“ weiterlesen

Blut und Asche

Ein Roman von Marie Richter

Die Nacht breitete ihr schwarzes Gefieder über das Land und vertrieb das letzte Dämmerlicht des Abends. Dunkelheit hüllte die wandernden Dünen der immer hungrigen Wüste ein und Schatten erklommen die trutzigen Mauern der Stadt, die sich Schutz suchend um eine Oase drängte. Sie hielten Einzug in ihren Winkeln und Gassen und boten jenen ein Versteck, die das Schwinden des Tageslichts aus ihren Löchern lockte. Das menschliche Gewürm drängte sich in die dunkelsten Ecken und ging dort seinen ruchlosen Geschäften nach. Vor dem Auge des Akars aber bot auch der finsterste Schatten keinen Schutz.
Reglos saß Jaron auf einem Dach, vom fahlen Mond in bleiches Licht getaucht, und beobachtete mit seinen verborgenen Sinnen, wie die Stadt in der Nacht erst wahrhaft erblühte. Er hätte sich gern abgewandt, angewidert von all der Verderbtheit, aber er konnte es nicht. Da war etwas an diesem widerlichen Bild, das nicht passte. Etwas stimmte nicht und das schon seit einem Jahrzehnt. Nacht für Nacht beobachtete er die Stadt nun und war doch noch nicht darauf gekommen … „Blut und Asche“ weiterlesen