Magische Kurzgeschichten Band 8 – Frühlings-Erwachen

Bild Kurzgeschichten Band 8 Frühlings ErwachenDu hast davon gehört, oder? Von der Legende der Sonne. Alle kennen sie. Ich habe sie nie geglaubt. Ich halte sie für ein Kindermärchen. Eine Lüge. Blödsinn.
Ein Ding, was hoch am Himmel hängt und unsere Welt erleuchtet? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie einen riesigen Scheinwerfer? Das klingt so lächerlich. Eine Legende, die unter uns kursiert und alle verwirrt, die so dumm sind, sie zu glauben, und nach dieser Sonne zu suchen. Es heißt, es habe sie wirklich gegeben.

(aus: Das Ding, das sie Sonne nannten von Caytoh Nezach)

Endlich Frühling! Magisch! Frisch! Neu …
Wieder haben 17 Autorinnen und Autoren kräftig die Federn geschwungen:
Hanno Berg, Volker Liebelt, Stephanie Mehnert, Roland Friedrich, Sabrina Nickel, Frank G. Gerigk, Nina Sylph, Ulrik van Doorn, Anette Honold, Sven Linnartz, C.K. Zille, Monika Grasl, Mona Ullrich, Caytoh Nezach, Mora K. Joslyn, Veronika M. Dutz und Udo Brückmann.
Herausgekommen sind dabei 20 fantastische Geschichten. Voller Magie, Romantik, Spannung und überraschenden Momenten.
Willkommen Frühling!

Altersempfehlung: Ab 14 Jahre

Erscheint am 15. März 2019

Zum Buch

Textschnipsel aus den Geschichten

Das Gefühl der Unzufriedenheit und wie es auf magische Weise verschwand von Anette Honold
… Man schließt die Augen und stellt sich diesen Traum in all seiner Schönheit und Erhabenheit vor und ja, für diesen einen Augenblick, dem Augenblick des perfekten Kopfkinos, ist man zufrieden.
Und dann öffnet man die Augen, und die ernüchternde Wucht allzu großer Unzufriedenheit strömt auf den schutzlosen Körper ein und man erkennt, dass dieser Traum immer noch unerfüllt ist. Und dass man eine Scheißwut, ich entschuldige mich für die Obszönität dieses Vokabulars, das ich mir vor 1484 Tagen noch nicht einmal zu denken erlaubt hatte, sagen wir ergo, eine unbändige Wut auf diese unsere Menschheit hat …

Ada und ihre Töchter von Stephanie Mehnert
Der Passat röhrte wie ein alternder Drachen über die Landstraße. Anmutig die Szene: Waldige Hügel und harziger Duft. Sunja atmete befreit ein und drehte die Lautstärke hoch. Der satte Bass, dieser alte Verführer, schickte ihre Gedanken schon mal voraus. Sie strich sich eine Strähne aus der Stirn und warf einen Blick in den Rückspiegel. Schmollmund, verheißungsvolles Lächeln, das ganze Programm.
Sie sah das Ding auf der Straße nicht, über das der Lichtkegel ihrer Scheinwerfer gerade leckte.
Als der Reifen platzte, tat es einen gewaltigen Schlag. Das Lenkrad sprang aus ihren Händen, der Wagen schoss nach rechts und senkte sich mit lautem Schnaufen in den Straßengraben. Sunjas Kopf schlug hart auf dem Lenkrad auf, dann war es still …

Darauf kann man nicht stolz sein von Ulrik van Doorn
Es war nun schon sein vierter Versuch, und somit auch sein letzter. Sollte er dieses Mal wieder versagen, so bedeutete es sein Ende als Hexenmeister.
Ach was! So etwas wie ein Meister würde sowieso nie aus ihm werden. Da hatte Meister Ortho schon ganz recht. Er war ein Versager, eine Schande für die Zunft, ein Nichts und ein Niemand, das sagten alle! Er war nicht viel besser, als die elenden, magisch unbegabten Menschen dort in ihren Häusern und Katen, die sich vor dem heulenden Schneesturm hinter ihre Mauern geflüchtet hatten und dort zitternd und Gebeten murmelnd vor ihren Kaminen hockten. Ha! Sollten sie doch dort hocken bleiben, bis der Schnee sie begrub. Ihm war es recht. Vielleicht war das für seinen Meister böse genug …

Die Magie der alten Dinge von Sabrina Nickel
Es war gerade zwei Uhr nachmittags, als ich nach der Arbeit den großen Marktplatz der Stadt betrat. Heute fand hier ein Antiquitätenmarkt statt. Mit Erstaunen beobachtete ich all die Händler, welche ihre Waren präsentierten. Überall standen wunderschöne Dinge und potentielle Kunden feilschten unbarmherzig mit den Anbietern. Lange war ich nicht mehr auf einem solchen Markt, genauer gesagt, seit ich sechzehn war. Davor nannte ich solche Schauplätze fast schon mein zweites Zuhause …

Yo’math’o von Roland Friedrich
Die werden ihn abschlachten!
Ich zittere am ganzen Leib, kauere mich verängstigt hinter eine Reihe aus Büschen und hoffe, dass die Verfolger den jungen Schwarzschopf, der mir so vertraut scheint, nicht erwischen.
Vorsichtig luge ich über das Gebüsch. Die Pflanzen, die mir Versteck bieten, wachsen ein Stück oberhalb eines Pfades, der parallel zu einem bewaldeten Tal verläuft. Unterhalb dieses Pfades fällt der Hang zur Talsohle hin steil ab. Auf der gegenüberliegenden Talseite – einen guten Steinwurf von hier entfernt – erheben sich Felsen aus dem Waldboden und erinnern an eine Schlange, die sich bedrohlich aufrichtet. Wo bin ich hier? Die Gegend kommt mir bekannt vor! Wie bin ich hierhergekommen? …

Das absolut Böse von Monika Grasl:
… Es gab in Klaugshausen nur einen absolut bösen Bösewicht. Eine Kreatur von solcher Macht, dass die Helden vor ihm erzitterten und bei seinem Erscheinen stets wild kreischend die Flucht ergriffen.
Dieser Bösewicht strebte nach nicht weniger als Macht, Reichtum und Anerkennung. Schöne Frauen waren natürlich ebenfalls gerne gesehen. Doch womit er sich wahrhaftig rühmen konnte, war sein Name. Dieser lautete …
»Bestorius, die Hühner füttern sich nicht von alleine!«
Erschrocken fuhr die dreihundert Jahre alte Hand des stämmigen Kerls, der auf diesen Namen hörte, über das Papier und verwischte damit die Kohle und den Beginn seiner späteren Rede. Innerlich begann er bis zehn zu zählen. Doch er war noch nicht mal bei der Hälfte angelangt, als die vertraute Stimme sich bereits erneut aus dem vorderen Teil der Höhle meldete …

Aus der Asche von C.K. Zille
… Andi blickte hinunter auf die Bahre, auf der seine letzte Kundin für heute lag. Eine sehr hübsche, junge Frau, etwa in seinem Alter, mit feuerrotem Haar. Er legte den Kopf schief, während er sie betrachtete. Wirklich schade, dass sie tot war. Während er sich dicke Handschuhe überzog, summte er gedankenverloren ein Lied vor sich hin. Dann schob er die Bahre samt der Schönheit in den großen Ofen, der zum Krematorium gehörte.
»Mach’s gut, schöne Frau«, verabschiedete er sich von ihr.
Er griff nach der Ofentür, doch bevor er sie schließen konnte, schlugen ihm lodernde Hitze und grelles Licht entgegen. Unwillkürlich zuckte Andi zusammen und sprang einen Schritt zurück.
»Verdammt!« Mit wild klopfendem Herzen suchte er nach dem Brennhebel. »Das ist unmöglich.« …

Drachen gibt es nicht von Sven Linnartz
George trabte ruhig und gelassen vor sich hin. Er gähnte so laut, dass sein Pferd aufmerksam die Ohren spitzte.
Ihm war langweilig. Die Zeiten für Drachenjäger waren nicht mehr ganz so gut, aber man konnte immerhin davon leben, auch wenn den Leuten das Gold nicht mehr so locker in den Taschen saß wie früher einmal. Das Leben war wirklich schwieriger geworden, erst recht für jemanden wie ihn.
Drachen, das waren stolze, wilde, mörderische und bis an die Zähne mit giftigen Stacheln besetzte Wesen, die eine ganze Rinderherde mit einem Happs fressen konnten und danach immer noch Hunger hatten. Ganz zu schweigen von den feuerspeienden Vertretern unter ihnen, die mit ihrem heißen Atem Tod und Verwüstung brachten und für die ein Mensch nur gegrillt ein guter Mensch war. Georg lachte. Ja, der Beginn seiner Abenteuer war wirklich nicht schlecht. Man müsste sie nur noch mehr mit Todesopfern, Verstümmelungen und Verwüstungen schmücken. Nicht, dass es ihm an Phantasie mangelte und es war auch nicht so, dass er seine Geschichte nicht schon oft genug vorgetragen hatte, aber es wurde mal wieder Zeit, sie mit etwas mehr Würze zu versehen …

Das Ding, das sie Sonne nannten von Caytoh Nezach
Du hast davon gehört, oder? Von der Legende der Sonne. Alle kennen sie. Ich habe sie nie geglaubt. Ich halte sie für ein Kindermärchen. Eine Lüge. Blödsinn.
Ein Ding, was hoch am Himmel hängt und unsere Welt erleuchtet? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie einen riesigen Scheinwerfer? Das klingt so lächerlich. Eine Legende, die unter uns kursiert und alle verwirrt, die so dumm sind, sie zu glauben, und nach dieser Sonne zu suchen. Es heißt, es habe sie wirklich gegeben. Nell hat mir erzählt, zu der Zeit sei der Himmel noch hellblau gewesen und finster geworden, wenn wir schliefen. Auch dann sei er nie vollkommen dunkel gewesen so wie jetzt, sondern es habe einen Mond gegeben, der sein Gesicht gewechselt habe und manchmal fast so hell war, wie diese Sonne selbst. Und dann sollen beide einfach verschwunden sein. Niemand weiß, wieso …

Andernort von Mora K. Joslyn
… Als ich an jenem Tag von meinem Spaziergang heimkehrte, fühlte ich eine Schwermut in mir wie schon lange nicht mehr. Sie ließ mich meine Minderwertigkeit spüren und mir die Wertlosigkeit meines gesamten zeichnerischen Schaffens bewusst werden. Auf meinem Weg konnten mich nicht einmal die geflüsterten Zärtlichkeiten des Bäckerbrunnens oder das Rauschen unter der alten Stieleiche aufmuntern. Ich fühlte mich wie ein Kornfeld, das von einem Schwarm Krähen heimgesucht wurde …

Yarugoll von Udo Brückmann
In einem der vielen Holzhäuser unterhalb der Tempelanlage, die vor einem dunklen Bergmassiv auf einer Anhöhe thronte, lebte das Ehepaar Danric. Der Tischler und die Näherin hatten nur eine einzige Tochter. Sechs Fehlgeburten waren diesem besonderen Kind vorausgegangen.
»Aber Mutter, ich kann es wirklich hören«, protestierte Liane und stemmte die Hände in die Hüften. »Diese Stimme spricht zu mir wie aus der Ferne, ganz ruhig und sanft!«
»Du bist ein vierzehnjähriges Mädchen«, so die verärgerte Antwort, »in diesem Alter spielt nicht nur der Körper verrückt, sondern auch der Kopf. Ich möchte nichts mehr davon wissen!« …

Überlebende eines Sommers von Mona Ullrich
Tagsüber schwiegen die Dämonen. Da konnten Rolf und Helene in ihrer neuen Wohnung tun, was sie wollten. Sie schrieben Texte am Computer, sie pflegten ihre Beziehungen, sie aßen.
Nur wenn sie das Haus verlassen wollten, erhob sich ein Sturm. Fassungslos erlebten sie dann das Flattern von Haaren und Händen, das Herunterfallen von Gegenständen, die sie mitnehmen wollten, das Geschrei, das aus den Wänden zu kommen schien …

Ein Zauberlied von Mona Ullrich
Er ist früh gestorben, sonst könnte ich jetzt mit ihm sprechen. Ich würde gerne seine Meinung hören zu einem Erlebnis, das ich ihm verdanke.
Jimi Hendrix war mein Verbündeter, als ich meine ersten ernsthaften Gedichte schrieb. In den Schreibpausen setzte ich mich in meinen Korbstuhl und rauchte, und dabei hörte ich diese eigenartige, sehr starke Musik. Ich wollte mit meinen Gedichten etwas Neues und auch Starkes schaffen. Ich grub den Boden auf, den andere hinterlassen und festgetreten hatten und auf dem ich nicht stehenbleiben wollte. Ich ließ nichts Bestehendes übrig und baute aus den Überresten etwas Eigenes auf. So hatte es der schwarze Musiker auch gemacht …

Ryûman no Mae, die Drachenfrau von Frank G. Gerigk
Als Kind hatte man ihn mit der Drachenfrau geängstigt: Zieh deine Stiefel an, sonst kommt dich die Drachenfrau holen! Und in seiner Jugend hieß es: Geh nicht zur Drachenfrau, sonst wirst du nicht wieder zurückkehren!
Die Drachenfrau Ryûman no Mae war ein Mythos im Dorf, das von Reisanbau und Fischfang lebte. Und vor nichts hatte er größere Angst gehabt, weder vor Dämonen, die in Dingen verborgen waren, noch vor den Soldaten, die gelegentlich durchs Dorf ritten und dabei mächtige Feldzeichen trugen …

Wie Caer und Oenghus von Nina Sylph
Wohl hatte es sich zugetragen, dass ein Jüngling in der Frühe seines Lebens am ersten Morgen eines Frühlings auszog, um seine Liebste zu sehen.
Fast hatte er vergessen, dem Vater und der Mutter die Hand zum Abschied zu heben; zitterte im Inneren doch ein jeder Muskel, als wollte er vor Freude tanzen. Schnell noch drehte er seinen Oberkörper zu den beiden herum, während das Pferd bereits die Hufe auf den Steinen der Hofstraße klappern ließ. Mit der einen die Zügel fest umklammert, mit der anderen Hand Grüße winkend machte er sich aus den stolzen Blicken der Eltern fort. Es war noch so früh am Morgen, dass alles in Blau getaucht schien. Mutter hatte noch nicht einmal das Frühstück bereitet, aber Ciaran brannte darauf, auszuziehen. Die Eltern hätten ihn nicht mehr halten können; keinen einzigen Augenblick mehr. Sie wussten beide, dass er die halbe Nacht vor wild schlagendem Herzen wach gelegen haben musste, so hatte Vater ihm den Hengst gegeben und ihn in die tintenblaue Welt entlassen …

Schattenfeuer von Veronika M. Dutz
Tetino war ein kleiner Ort im Süden des Landes, am Fuße eines angrenzenden Gebirges gelegen. Er beherbergte unzählige merkwürdige Gestalten. Sie wirkten auf den ersten Blick eigentümlich.
Magnus hatte schon viel von der Welt gesehen, ihn zog es in diese einsame Gegend. Er studierte Schriften und suchte nach Auffälligkeiten in diesen, deshalb führte ihn sein Weg in dieses Dorf, wo sich Hase und Fuchs Gute Nacht sagten. Außerdem gab es in der Nähe eine alte Abtei, der ideale Ort für seine Studien.
Trotzdem – Magnus erster Eindruck von Tetino war: Wo bin ich hier gelandet? …

Das Erwachen von Monika Grasl
… Ihr Blick war in die Ferne gerichtet auf einen Punkt in der Unendlichkeit. Und sie wartete. Sehnte den Moment herbei, an dem sie zu neuem Leben erwachen durfte. Doch es war unmöglich einzuschätzen, wann dies sein sollte. Ganz zu schweigen von dem Umstand, dass die Sonne auf sie herabbrannte mit einer Intensität, derer sie sich nicht erwehren konnte. Dabei hätte sich die Sphinx gerade lieber an jedem anderen Ort aufgehalten. In den kühlenden Schatten der Cheops-Pyramide zum Beispiel. Aber dieser Wunsch war ihr verweht.
Und warum?
In den Augen des Betrachters mochte sie nicht als mehr darstellen, als den Kopf eines angesehenen Pharaos, verbunden mit der Haltung einer Katze. In Wahrheit steckte jedoch viel mehr hinter ihrer Existenz. Sie war nicht einfach ein Relikt aus alten Tagen. Sie hatte zum Schutz der Pyramiden gedient …

Das Geheimnis des Kapitäns oder wie der Journalist Friedrich Prommer in die Arktis fuhr und beinahe sein Notizbuch verloren hätte
von Mora K. Joslyn
… Bei der vorherrschenden Kälte Notizen anzufertigen war alles andere als einfach. Er hatte mit Problemen verschiedenster Art zu kämpfen: Auf große Teile des Papiers legte sich Raureif, das Anspitzen der Stifte war mit seinen vor Kälte zitternden Fingern alles andere als einfach, während die Tinte vor jeder Verwendung über einer Kerze aufgetaut werden musste. Bereits nach wenigen Zeilen wurden seine Finger so klamm, dass er das Schreibgerät, sei es Feder oder Stift, kaum mehr halten konnte. Anstatt seiner ansonsten ordentlichen Schrift brachte er lediglich ein unleserliches Gekritzel zustande. Mittlerweile trug er Tinte, Stift und Papier am Körper, damit sie nicht gefroren – die Tinte in einem winzigen Glasgefäß, das Papier in Form eines kleinen, ledergebundenen Notizbüchleins – und versuchte nur erinnerungswürdige Vorkommnisse aufzuzeichnen, deren Anzahl bisher nicht sehr hoch war …

Lavendelblüten von Volker Liebelt
Preston fuhr langsam die kurvige Passstraße hinauf, die sich an steilen Berghängen entlang schlängelte. Es regnete seit zwei Stunden ununterbrochen und die Scheibenwischer hatten Mühe, das Wasser zu beseitigen, das auf die Frontscheibe prasselte. Die grauen Wolken hingen so tief, dass Preston die Berge nicht sah, die das Tal von beiden Seiten einschlossen und die geteerte Straße glänzte schwarz, als hätte sie jemand blank geputzt. Er hatte kein Auto getroffen, seit er von der Bundesstraße abgebogen und dem Schild in Richtung Rütlag gefolgt war. Wann immer er in den Rückspiegel schaute, sah er nichts außer den Nebelschwaden, die sich hinter dem dunkelblauen Mazda wieder zu einer undurchsichtigen Wand zusammenschlossen …

Der Stellvertreter von Hanno BergI
Diese blöde Kuh! Samuel konnte sich kaum beruhigen. Nur, weil er ein Mann war, bekam er von ihr den Posten nicht, um den er sich nun seit längerer Zeit bemühte und für den er sicher besser geeignet war als jeder andere. Sie war einfach eine blöde Kuh, diese Stevens!
Samuel Koch war Doktor, hatte an der Goethe- Universität über Anna von Mecklenburg promoviert und war vor fünf Jahren bei der Frankfurter Rundschau als Redakteur mit dem Ressort »Hessische Politik und Geschichte« eingestellt worden. Seine Chefin, Ruth Berg, ging im nächsten Monat in Rente, und er hatte gehofft, ihr Nachfolger zu werden. Aber die Leiterin der für Hessen zuständigen Abteilung, Franziska Stevens, ebenfalls Doktorin, wollte Ruth Bergs Stelle wieder mit einer Frau besetzen, um den Anteil der weiblichen leitenden Redakteurinnen bei ihrer Zeitung auf gleichem Niveau zu erhalten. Sie hatte deshalb so ein junges Ding vorgezogen, gerade sechsundzwanzig Jahre alt, das wesentlich geringere Qualifikationen vorzuweisen hatte als er. Dies hatte ihm diese alte Zicke gerade mitgeteilt, nicht ohne süffisant zu grinsen. Er wusste nicht, was ihn mehr auf die Palme brachte, dass sie ihm dieses Pipimädchen vorzog oder dass sie so großkotzig auftrat …

Über die mitwirkenden Autorinnen und Autoren:

Anette Honold
Ich wurde 1989 in dem etwas ländlichen Brombach (Landkreis Lörrach) geboren und wuchs im Grunde mit Geschichten auf. Ob von meinen Eltern erzählt oder vorgelesen, erfunden, später selbst verfasst oder mit meinem Bruder nachgespielt – die Welt war voll davon. Nahezu meine gesamte Schulzeit verbrachte ich damit, zu schreiben und leidenschaftlich Theater zu spielen. In meiner vierjährigen Ausbildung an der Freiburger Schauspielschule im E-Werk haben sich diese beiden Passionen vereint. Mit dem ganzen Körper und allen Sinnen in Geschichten eintauchen erfüllt mich. Mittlerweile arbeite ich außerdem als Erzieherin und erschaffe mit Vorschulkindern kreative Welten. Gerade weil mich diese Welten geprägt haben, möchte ich sie an Kinder weitergeben, dass auch sie daran wachsen können…

Caytoh Nezach
Geboren in einer windigen Nikolausnacht im traumhaften Thüringen, umgeben von Sagen und märchenhaften Landschaften erklangen in Nadines Fantasie Geschichten, die bald zu groß für ihren Kopf wurden. So begann sie in der Schule mit Gedichten und schließlich mit zwölf Jahren mit den ersten Kurzgeschichten, um den Welten, die sie ersann, einen geeigneten Rahmen zu geben.
Die Rohfassung zu Nadines Herzensprojekt „Der Klang von Sternschnuppen“ beendete sie im Mai 2017. Ein weiteres Urban- Fantasy Projekt ist seit September 2017 in Arbeit.
Sie lebt gemeinsam mit ihrem Freund und ihrem Berner Sennenhund in einer turbulenten Berliner WG und arbeitet für die Justitiare im Deutschen Institut für Bautechnik in Berlin.
Nebenbei besitzt sie ein Kleingewerbe für Grafikdesign, gestaltet Cover, Banner und Logos.

Hanno Berg
Ich bin in Lüdenscheid im Sauerland geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur am Zeppelin-Gymnasium der Stadt studierte ich Jura und ev. Theologie in Bochum, Gießen und Marburg. Heute arbeite ich in einer Bibliothek, wo ich täglich mit Publikum und dem Computer zu tun habe und natürlich mit Büchern, die ich sehr liebe.
Gegen Ende meiner Studienzeit begann ich mit dem Schreiben. Im Lauf der Jahre veröffentlichte ich vier Bücher, vier eBooks, in einer Reihe von Anthologien und eAnthologien sowie in Literaturzeitschriften, Magazinen, im Internet und im Radio. Ich schrieb vor allem Kurzgeschichten aus den Bereichen Fantasy und Horror, aber auch Romane, eine längere Erzählung, Satirisches und Krimis.
Aber ich schrieb auch insgesamt etwa zweieinhalb Jahre für beide Gießener Tageszeitungen Artikel über Vorträge und andere Veranstaltungen in der Stadt. Zudem bin ich bis heute für das Online-Magazin „Geisterspiegel“ tätig, das sich mit Phantastik beschäftigt. In meinen Artikeln behandle ich Autoren und ihre Arbeiten, dabei zunehmend Krimischreiber und ihre Werke. Insgesamt habe ich wohl Hunderte von Artikeln verfasst.
In verschiedenen Städten erschienen bisher mehr als 60 Artikel sowie fünf kleine Radiosendungen über mich und meine Arbeit.
Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass ich verheiratet bin und zwei erwachsene Söhne habe. Ich lebe mit meiner Familie seit Jahrzehnten in Gießen.

Monika Grasl
1986 in Wien geboren, ist Monika Grasl ihrer Stadt treu geblieben und lebt gemeinsam mit Ihrem diabolischen Kater nach wie vor dort.
Nach Ihren technischen Ausbildungen fand sie endlich die Zeit sich, neben Kurzgeschichten, selbst ans Schreiben von Romanen zu wagen, wodurch einige Reihen entstanden, aber auch diverse Einzelbänder.
Als Dark-Fantasy-Autorin beschäftigt sie sich hauptsächlich mit den okkulten Aspekten von Himmel, Hölle und Dämonen. Doch das hält sie keineswegs davon ab, auch in neue Gefilde vorzudringen und sich an andere Genres zu wagen.

C.K. Zille
Die Autorin wurde 1985 im westlichen Rheinland geboren und lebt noch heute mit ihrem Mann und zwei Töchtern in einem kleinen Dorf auf dem Land. Nach dem Abitur hat sie einige Jahre in einer Theatergruppe mitgewirkt, später hat sie eine Rockband gegründet. Doch nichts hat sie so sehr begeistert, wie das kreative Schreiben. 2017 hat sie ihren ersten Roman „Wolfsbrüder“ und einige Kurzgeschichten für diverse Ausschreibungen geschrieben. Seitdem weiß sie, was sie wirklich will: Schreiben. Sie fühlt sich im Fantasybereich sehr wohl, scheut aber auch keine Herausforderungen und hat sich schon in anderen Genres probiert, wie Krimi, Science Fiction oder Romantik.

Ulrik van Doorn
(geb. 1967) lebt mit Frau, schwarzer Katze und vielen Ideen in Essen, Deutschland. Wenn er nicht gerade schreibt, ist er als Teamleiter bei einem Finanzinstitut tätig. Seit über 35 Jahren beschäftigt er sich schon mit Fantasy. Neben Schreiben und Zeichnen reist er auch gerne in nahe und ferne Länder und denkt sich in dunklen Wäldern, nebelverhangenen Gebirgen und alten Burgen neue Geschichten aus.
Er hat Fantasy-Kurzgeschichten in diversen Anthologien und die Fantasy-Romane „Der Sekundant“, “Katzentreue“ und „Die Dämonenkrone“ veröffentlicht.

Udo Brückmann
geb. 1967, lebt als Dozent und Autor im ländlichen Niedersachsen. Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin, Tätigkeiten für Bühne, Film und Fernsehen. Zahlreiche Veröffentlichungen in den Bereichen Kinder- und Jugendliteratur sowie Lyrik. Im Geest-Verlag Vechta erschienen u.a. die satirischen Kriminalromane »Ewig blüht das Leben« und »Mords-Hochschule – Bildung für alle«.

Stephanie Mehnert
wurde am 29.10.1979 in Hamburg geboren und schreibt Prosa und andere Texte. Ihre Arbeiten nehmen häufig Bezug auf das Versehrte, Makelbehaftete und Vergehende, dem sie sich mit versöhnender Akzeptanz anzunähern versucht.
Seit 2006 lebt sie in Nürnberg.

Volker Liebelt
geboren 1966 in Berlin, ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach dem Abitur absolvierte er eine Banklehre und arbeitet seitdem bei einem Kreditinstitut in Heilbronn. Seit 1998 wohnt er mit seiner Familie in Öhringen. Bislang hat er etwa 40 Geschichten in diversen Anthologien veröffentlicht.

Veronika M. Dutz
Veronika M. Dutz erblickte im Jahre 1973 in der Gebrüder Grimm Stadt Hanau das Licht der Welt. In Ihrer Jugend lernte sie viele deutsche Städte kennen. Nach Ihrer kaufmännischen Ausbildung zur Industriekauffrau arbeitete Sie in verschiedenen Bereichen. Literatur begeistert und begleitet sie schon ihr ganzes Leben. Die Autorin reist leidenschaftlich gern, jedoch nie ohne ein gutes Buch im Gepäck. Sie ist eine der Gewinner des Astioks-Schreibwettbewerbs – »anders sein«. Ihre Gedichte, Märchen & Kurz-geschichten sind in verschiedenen Anthologien erschienen. Die Autorin hat einen Fantasy Zeitreise Roman verfasst, der sich zurzeit in der Endphase befindet. Ihr aktuelles Projekt ist ein historisch angehauchter Liebesroman.

Mona Ullrich
Mona Ullrich wurde 1957 in Waldshut-Tiengen geboren. Sie studierte in Tübingen und Berlin Soziologie und Germanistik.
Sie schreibt seit ihrer Kindheit, seit 1985 ernsthaft und für die „Großen“, Romane und Gedichte, die vielfach in Anthologien und Zeitschriften veröffentlich worden sind, z. B. in Versnetze.
2016 erschien ihr Gedichtband „Kleine Gaben für Freihäupter“ bei der Edition Thaleia.

Mora K. Joslyn
Mora Kerid Joslyn ist das Pseudonym einer in den 1980ern geborenen Neo-Innviertlerin, die im wirklichen Leben ein naturwissenschaftliches Studium absolvierte und gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ein kleines Unternehmen betreibt. Vor einiger Zeit hat sie mit dem Schreiben von phantastischen Geschichten begonnen. Ihre erste Kurzgeschichte ist beim Alea Libris Verlag erschienen.

Sven Linnartz
Ich bin 44 Jahre und arbeite als Apotheker. Schreiben ist für mich so etwas wie eine Flucht aus dem Alltag. In anderen Welten entdeckt man andere Menschen und Wesen, die einen selbst überraschen können. Schon immer hatte ich viel Freude am Schreiben und habe in den letzten Jahren an einigen Anthologien, hauptsächlich im Bereich Märchen, Fantasy und Krimis teilnehmen dürfen. So zum Beispiel im Artskriptphantastik oder Sperling Verlag.

Frank G. Gerigk
geboren 1963 in Radolfzell am Bodensee, ist Diplom-Geologe, Technischer Redakteur und Journalist. Er veröffentlichte eine Handvoll Bücher, über fünfzig Kurzgeschichten und etwa fünftausend redaktionelle Berichte in Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Büchern und Webseiten. Mit Petra Hartmann gab er »Drachen! Drachen!« im Blitz-Verlag heraus, seinerzeit die beste Drachen-Anthologie in Deutschland. Sein letztes größeres Projekt war im Jahr 2017 die Herausgabe sämtlicher phantastischer Kurzgeschichten des Regisseurs Rainer Erler bei p.machinery.

Sabrina Nickel
»Lieber barfuß als ohne Buch«
– Zitat aus Island
Seit 13 Jahren lebt die aus Koblenz stammende Autorin mit ihrer Familie und zwei Katzen in einem kleinen Eifeldorf.
Das geschriebene Wort übte seit jeher eine Faszination auf sie aus, sie lässt ihrer Fantasie am liebsten freien Lauf und bringt sie zu Papier.

Nina Sylph
Schreiben ist wie ein Windhauch und dessen Tanz mit den Wolken.
Die Natur und ihre Geheimnisse faszinierten die Autorin schon von frühester Jugend an. Bald schon konnte sie sich mit ihren Fantasy Geschichten eine kleine Fangemeinde erschaffen. Sucht man nach ihr, so findet man sie meistens schreibend in den Wäldern Bayerns an.

Roland Friedrich
Roland Friedrich, Jahrgang 1975, ist süchtig nach spannenden Geschichten. Er liebt vor allem Fantasy und Science Fiction. Schon als Kind begeisterte er andere mit seinen Erzählungen.
Der Diplom-Psychologe arbeitet in einer therapeutischen Einrichtung. Außerdem interessiert er sich für Kelten und Germanen, Archäologie, mystische Plätze und Schamanismus. Wenn der Saarländer nicht die heimischen Wälder unsicher macht, ist er mit seiner Frau und seiner Labradorhündin auf Tour.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.