Interview mit Eva Maria Obermann

Der Countdown läuft, nur noch ein paar Tage, dann erscheint der fantastische erste Band der »Zeitlose-Trilogie« unserer Autorin Eva Maria Obermann.
Heute verrät sie uns im Interview, wie sie auf die Idee zu dieser faszinierenden Geschichte kam, was sie in ihrer Freizeit gerne macht und welche Pläne sie dieses Jahr noch hat. Und das sind so einige …

Liebe Eva,
wir alle warten voller Spannung auf den ersten Teil deiner Trilogie »Zeitlose – Simeons Rückkehr«. Der Roman hat ja bereits bei Testlesern, Lektorat und Korrekturleserin ein richtiges Dora-Fieber ausgelöst.

Was hat dich auf die Idee zu der Geschichte gebracht?

Die allererste Inspiration waren zwei absolut unterschiedliche Träume.
Daraus hat sich ein Plot entwickelt, der mit der ursprünglichen Grundlage eigentlich nur noch wenig gemein hat. Die Idee habe ich lange mit mir rumgetragen – verschiedene Schnipsel, die sich immer mehr verdichtet haben, bis ich es einfach aufschreiben musste.
Das allein kostet ja schon einmal Überwindung. Was, wenn ich nicht fertig werde, der Reiz verfliegt? Und vor allem: Was, wenn ich nicht die richtigen Worte für meine Vorstellung finde?
Grob geschätzt würde ich sagen, dass ich etwa 10 Jahre gebraucht habe, um vom ersten Gedanken zum fertigen Buch zu kommen. In diesen 10 Jahren ist aber furchtbar viel in meinem Leben passiert – Kinder, Studium, Hochzeit.
Dann habe ich mir verschiedene wiederkehrende Motive überlegt. Doras Zerrissenheit beispielsweise ist elementar und wird auf ganz vielen unterschiedlichen Ebenen behandelt. Das eigentliche Schreiben an sich hat dann etwa vier Wochen gedauert.

Es ist dir in diesen 10 Jahren absolut gelungen, mit Dora einen Charakter zu erschaffen, der fasziniert, in den Bann zieht und nachdenklich macht. Das Buch aus der Hand zu legen ist sehr schwer – es fesselt …
Aber du schreibst ja nicht »nur« Romane. Du hast mit Schreibtrieb zum Beispiel einen eigenen Blog, in dem es Rezensionen und vieles mehr gibt. Würdest du sagen, dass das Schreiben ein sehr wichtiger Teil deines Lebens ist?

Definitiv.
Ich habe zum Schreiben gefunden, als mein Leben in einer sehr aufwühlenden, belastenden Phase war. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, in der Schule wurde ich gemobbt, von den normalen pubertären Problemen mal ganz abgesehen.
Meine ersten Gedichte und Geschichten behandeln all das immer wieder. Es geht viel um Unsicherheit, Angst, Verletztheit – aber auch immer wieder um Mut und den eigenen Weg.
Als mein Deutschlehrer mich vor vielen Jahren in der Abiturklasse gefragt hat, warum ich schreibe, war meine Antwort sofort: Weil ich nicht anders kann, ich würde sonst verrückt werden. Schreiben ist also auch immer wieder Selbsttherapie.
Insofern würde ich auch Goethe zustimmen, der behauptet hat, Schreiben sei ein Methode, sich das Vergangene vom Leib zu schaffen.
Ich denke aber, für mich ist Schreiben noch viel mehr. Es ist Leidenschaft und Weiterkommen, Denken und Fühlen. Ich schreibe ja nicht nur literarisch, sondern auch journalistisch und wissenschaftlich. Diese verschiedenen Perspektiven finde ich immer wieder interessant und sie bereichern mich ungemein. Literatur ist mein Leben und Schreiben ein ganz essenzieller Teil.

Das klingt spannend. Und auch abwechslungsreich.
Wie ist das bei dir, brauchst du, wie ich zum Beispiel, auch manchmal etwas ganz anderes? Etwas, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat? Ein Hobby vielleicht?
Gibt es etwas, das es schafft, dich hinter dem Schreibtisch hervorzulocken?

Da ich ja auch als Doktorandin fast nur am Rechner sitze, ist das wirklich gar nicht so leicht. Meine drei Kinder schaffen das aber in der Regel ganz gut. Die wollen natürlich auch mal schauen, was ich so tippe und der Große kann die Kindergeschichte, die ich für ihn geschrieben habe, ja auch schon lesen.
Wo wir bei dem zweiten wichtigen Punkt wären: Bücher. Ich war schon immer und werde es immer sein: Ein Bücherwurm, eine Leseratte, schlicht bibliophil.
Mein Mann beschwert sich immer, ich hätte zu viele Bücher, aber dann kauft er einfach doch wieder ein weiteres Bücherregal.
Ab und an zeichne ich gerne, aber mir fehlt die Zeit, um da zur nötigen Übung zu kommen. Jedenfalls bisher.
Ab dem Frühling verbringe ich auch viel Zeit im Garten. Der muss nicht top gepflegt sein, aber ich liebe es, Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau zu essen und den direkten Draht zur Natur zu haben.
Wenn ich es schaffe, gehe ich einmal die Woche mit den Kindern in Schwimmbad. Und seit unser zweites Auto kaputt ist, fahre ich täglich Rad, um die Kleinen in die KiTa zu bringen.

Das klingt gut. So hast du auf alle Fälle den Ausgleich zum Schreibtisch.
Denn an der Tastatur, wir kennen es alle, da vergeht die Zeit so schnell, man bemerkt manchmal gar nicht, wie der Tag verrinnt. Vor allem, wenn man viele Pläne und To-do´s hat.
Verrätst du uns deine Pläne für das noch junge Jahr 2017?

Da wird hoffentlich noch einiges passieren. Den zweiten Teil der »Zeitlose« werde ich bis zur Veröffentlichung von Simeons Rückkehr fertig haben, im Sommer erscheint außerdem ein Liebesroman bei bookshouse und mit ein paar Freunden der #BartBroAuthors habe ich ein tolles Romanserienprojekt im Auge, das im Herbst noch veröffentlicht werden soll.
Mal davon abgesehen, dass ich fleißig an meiner Doktorarbeit sitze, die aber erst nächstes Jahr geschrieben sein wird.
Außerdem werde ich beim Literaturcamp Heidelberg sein und auch wieder die Frankfurter Buchmesser besuchen.
Gott, ich brauche dringend mehr Zeit oder mehr Arme, oder am besten beides …

Das macht beinahe den Anschein … da hast du dir aber wirklich ein straffes Programm vorgenommen.
Und dazu jetzt noch der Start der Geschichte von Dora – am 15.03.2017 stellst du in einer Prämieren-Lesung in der Stadtbücherei Schifferstadt »Zeitlose – Simeons Rückkehr« vor. Bist du aufgeregt?

Natürlich bin ich etwas aufgeregt. Aber weniger wegen der Prämiere an und für sich. Ich glaube an mein Buch und die Geschichte und bin selbst immer wieder gefangen, wenn ich darin blättere. Bei meiner letzten Lesung, auf der ich verschiedene Gedichte und Kurzgeschichten vorgelesen habe, war der Andrang schon ganz gut. Das ist für die Bücherei und etwaige zukünftige Zusammenarbeiten natürlich immens wichtig.
Die Lesung selbst wird großartig werden, das weiß ich schon jetzt.
Ich arbeite mit einem tollen Musiker zusammen, Mariusz Rzymkowski, der für meine Figuren je eigene Motive spielen wird.
Und dann hoffe ich natürlich, dass auch der zweite Teil so toll werden wird.

Wow … ich bin gespannt. Diese Lesung wird auf alle Fälle etwas ganz Besonderes.
Und was den zweiten Teil betrifft – ja! Der wird ganz sicher genauso gut! Ich kann es jedenfalls nicht erwarten, endlich weiterzulesen.

Eva, wir wünschen dir ganz viel Erfolg, bei all deinen Projekten und freuen uns wahnsinnig, unseren Lesern ab dem 10.03.2017 den ersten Teil der tollen Roman-Trilogie präsentieren zu dürfen.

2 Gedanken zu „Interview mit Eva Maria Obermann“

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