Interview mit Dieter R. Fuchs

Bild von Hannya und ihrem Roman

Autor Dieter R. FuchsStändig neue Welten entdecken, Neues lernen und der eigenen Fantasie keine Grenzen setzen – Dieter R. Fuchs reist viel durch die Welt mit stets offenen Augen. Was er dabei alles erlebt bringt er zu Papier und damit seiner Leserschaft anhand von geheimnisvollen und magischen Romanen nahe.
Er hat die höchsten Ansprüche, denn er möchte spannende Unterhaltung mit einer unaufdringlich verpackten Wissensvermittlung zu seinen liebsten Themen Kunst und Geschichte mischen.

Und das gelingt ihm sehr gut!
Heute habe ich den Autor für euch zu einem Interview eingeladen, und er war spontan bereit, sich meinen Fragen zu stellen. 🙂

Hallo Dieter, schön, dass du dir die Zeit für uns nimmst.
Dieter, kaum ist Hannya – im Bann der Dämonin erschienen, schon sprengt sie eine Menge Rekorde – dein Buch kommt bei den Lesern richtig gut an.
Was ist das für ein Gefühl?

Das fühlt sich natürlich super gut an, Sandra! Du kennst das ja selbst: Wenn ein neues Buch zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und angeboten wird, weiß man noch überhaupt nicht, wie die ersten Reaktionen wohl sein werden, und ist unglaublich gespannt – schließlich sind die eigenen Freunde und die direkt Involvierten kaum objektiv, so wie man es selbst ja auch nicht sein kann, nach so langer und intensiver Arbeit an einem Buch. Und jetzt, schon nach den ersten Tagen im Buchmarkt zu lesen und zu hören, dass es toll einschlägt und ankommt, das ist einfach fantastisch!

Was genau hat dich da am meisten überrascht?

Also ehrlich gesagt bin ich ganz verblüfft, dass so ganz unterschiedliche Lesergruppen so positiv reagieren! Klar, der Roman enthält viel Magie und auch phantastische Elemente –- dass also gerade Fantasy-Fans ihre Freude an dieser mystischen Geschichte über ein uraltes Kultobjekt haben, hatte ich gehofft. Aber es gibt ja auch tolles Feedback von an Japan kulturell und historisch Interessierten, die fast so eine Art unterhaltsam gestalteten »Kultur-Reiseführer« in dem Buch sehen! Und aus Künstlerkreisen höre ich, dass man angeblich noch nie die traditionellen Wurzeln und die damalige Welt der Netsuke-Kunst so eindrücklich und lebendig vermittelt bekam. Das ist für mich schon sehr bewegend.

Du hast sehr viel Wissen mit in die Geschichte eingebracht. Was fasziniert dich so an den Mythologien des alten Japan?

Ich glaube, die japanische Mythologie, und insbesondere die Shintô-Überlieferungen, sind gar nicht so sehr verschieden von vielen anderen kulturellen Wurzeln weltweit. Aber wir hier in Europa wissen gerade über das historische Japan extrem wenig, weil dieses Land über viele Jahrhunderte total abgeschottet war und wenig Wissen darüber bei uns landete. Ja, auch heute gibt es viel mehr Literatur und Informationen über China bei uns als über Japan, um ein Beispiel zu nennen. Und diese »Exotik« der japanischen Mythen war es vielleicht, die früh mein Interesse weckte.

Du beschreibst im Buch ja sehr genau diesen Shintô-Kult. Hast du dazu auch eine persönliche spirituelle Neigung?

Nein, ich bin zwar ein spiritueller Mensch, aber halte nicht viel von vorgefertigten Religionen. Am Shintô gefällt mir allerdings die grundlegende Vorstellung, dass kein dominierender allmächtiger »Gott« angebetet wird, sondern dass man das Übersinnliche insbesondere in der Natur in vielfältigster, oft recht individueller Weise sucht, sowie in Ahnengeistern (die früher Menschen waren), und die man »verehrt«, aber nicht »anbetet«. Und übernatürliche Wesen nimmt man einfach als existent an – ohne dass man darin irgendetwas »Göttliches« oder »Teuflisches« sieht. Da gibt es kaum Dogmen, sondern viel gedanklichen Freiraum – der die Fantasie spielen lässt!

Die Vorbereitungen für deinen nächsten Roman laufen ja bereits. »Zhulong – ein Drache erwacht« steht längst in den Startlöchern, auch wenn er erst nächstes Jahr erscheinen wird. Wird die Geschichte ähnlich sein, oder erwartet uns etwas ganz anderes?

Oh ja, in jeder Hinsicht ein ganz anderes Buch! Das hat richtig Spaß gemacht!
Ähäm – so unter uns (grinst):
Auch weil es bedeutend weniger mühsame Recherche-Arbeit erforderte als die in dieser Hinsicht doch wirklich sehr aufwendige »Hannya«. Ich konnte mal so richtig aus der Fantasie heraus etwas erschaffen. Und die Handlungsorte (Shanghai und Dubai) kenne ich sehr genau, also auch in dieser Hinsicht war es leicht, das authentisch darzustellen. Diesmal wollte ich auch kein verzwickt aus verschiedenen Genres und Zeitzonen zusammenkomponiertes Werk gestalten, sondern einen vom Plot her eher traditionellen Urban Fantasy Roman, spannend wie ein Thriller. Ein Buch, das eine Protagonistin hat, in die sich gerade jüngere Leser/innen leicht und gerne hineinversetzen können – nämlich ein 14-jähriges Mädchen aus Hamburg, das mitten in der Pubertät steckt. Natürlich spielt auch hier wieder eine alte asiatische Antiquität eine wichtige Rolle – ein Drachenamulett aus China. Und im Gegensatz zur »Hannya« erstreckt sich die spannende Handlung nicht über tausend Jahre, sondern nur genau über eine Woche im Leben dieses Mädchens, als es seinen Vater auf einer Geschäftsreise begleitet. Aber diese Woche hat´s in sich und ist echt »magisch« – mehr will ich aber hier noch nicht verraten.

Na, da hast du mich schon wieder neugierig gemacht. Ich bin sehr gespannt auf das neue Buch.
Aber erst mal wieder zurück zu unserer »Hannya« – wird es Lesungen geben, und wenn ja, wo und wann?

Ich genieße jede Gelegenheit, durch Lesungen in direkten Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern treten zu können. Deshalb werde ich Einladungen hierzu also immer gerne annehmen, wenn es sich organisatorisch und finanziell machen lässt.
Meine erste Lesung zur »Hannya« wird schon bald, nämlich am 28. September in München stattfinden, auf Einladung des Münchner Künstlerkreises KK83 in Pasing. Dort durfte ich bereits im letzten Jahr eine Lesung zu meinem ersten Roman geben und der Teilnehmerkreis ist immer toll: Etwa fünfzig bis einhundert Künstler und Autoren aus der Region München, die immer für eine lebendige und fachkundige Diskussion hinterher sorgen. Ich freue mich schon darauf!

Vielen Dank Dieter.
Auf der Facebook-Seite des Autors erfahrt ihr alle weiteren wichtigen Termine und Details.
Das Buch bekommt ihr überall im Handel und natürlich in unserem Shop.

Ich wünsche euch ein tolles, hoffentlich nicht zu verregnetes Wochenende.

Eure Sandra

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