Gedanken zum Welttag des Buches

Am 23. April ist Welttag des Buches. Das perfekte Datum, um mir mal wieder einige Gedanken zu dem Thema »Print- oder eBook« zu machen, habe ich mir gesagt.

Und gleich mal Wikipedia zu diesem Thema befragt, denn in diesem Zusammenhang wird ja sehr viel über das haptische Empfinden gesprochen, ja es ist sogar der meistgenannte Grund, warum Leser das gedruckte Buch nach wie vor der elektronischen Version vorziehen.

An haptischen Wahrnehmungsprozessen sind eine Vielzahl unterschiedlicher Rezeptoren beteiligt. Neben den Informationen der Mechanorezeptoren der Haut werden ebenfalls die Informationen der Dehnungs-, Druck-, und Vibrationsrezeptoren der Gelenke, Sehnen und Muskulatur zu einem haptischen Perzept integriert.
(Quelle: Wikipedia)

Die Zahl der Rezeptoren in unseren Hautschichten wird auf 300 – 600 Mio geschätzt. Da ist es eigentlich kein Wunder, dass Print-Bücher nach wie vor die Sieger sind, oder?
Doch auch die Optik und der Geruch sind für viele der Befragten ein Grund, die Papierversion vorzuziehen.

Natürlich gibt es auch sehr viele Gründe, die für das eBook sprechen – Platzersparnis, schneller Bezug von Dateien, einfaches Handling, Lesen selbst unter schlechten Lichtbedingungen und günstige Preise. Und mit einem eBook-Reader können Dokumente in verschiedenen Formaten gelesen werden, Papierberge sind also Vergangenheit.

Doch – kann das eBook das Printbuch, wirklich komplett ersetzen?
Warum gibt es nach wie vor so viele »nur Print« Leser?

Dazu habe ich auf Bildungsexperten.net einen interessanten Artikel gefunden:
Es sind vor allem ganz einfache Dinge, die mit dem eBook noch nicht so recht zu gelingen scheinen: Markierungen und Notizen, bei einem gedruckten Buch vollkommen selbstverständlich, stellen ein eBook vor technische Herausforderungen. … Der größte Nachteil ist in den meisten Fällen aber wohl eher auf einer emotionalen Ebene zu finden: Viele Menschen mögen die Haptik und die Einfachheit eines echten Buches. Temperaturschwankungen oder Stürze überlebt ein Buch mit leichten Blessuren, das eBook kann dann schon einmal einen Defekt erleiden.
(Quelle: Bildungsexperten.net)

 
Und jetzt bist du dran – Wie siehst du das? Was ist dir wichtig beim Thema Buch?

Ich freue mich auf deine Antwort!

Herzlichst
Sandra

8 Gedanken zu „Gedanken zum Welttag des Buches“

  1. Liebe Sandra, du hast ja selbst alle wichtigen Punkte schon genannt, warum auf der emotionalen Ebene das eBook nie dem gedruckten Buch gleichkommen kann. Und ich sehe es genauso! Ja, eBooks sind auf Reisen praktisch, aber beim „echten“ Buch gibt es da doch noch eine andere Sphäre! Dort schwingt viel mehr mit als das rein Haptische und Sinnliche, vielleicht tragen alle, die mit „dem Buch“ aufgewachsen sind und ihre Liebe zu einem gefüllten eigenen Bücherregal quasi mental aufgesaugt haben, ein tiefes inneres Verhältnis zu diesen papiernen Kulturgütern in sich. Sicher, wollte man Bücher nur als ein Speichermedium für Informationen und Fakten begreifen, dann böten eBooks zahllose verbesserte Verarbeitung-, Ordnung- und Weiternutzungsoptionen als gedruckte Bücher – ungefähr so wie moderne Suchmaschinen im Internet im Vergleich zu alten Lexika-Bänden, oder wie ein automatisiertes Korrektursystem im Vergleich zu dem Nachschlagen in einem gedruckten Duden. Die digitale Welt ist wunderbar und hilfreich, das kann niemand ernsthaft bestreiten. Aber wer einmal der Faszination erlegen ist, in alten Buchbeständen zu blättern, liebgewonnene Klassiker immer mal wieder in die Hand zu nehmen und darin zu lesen oder durch Antiquariate und Bibliotheken zu stöbern, der ist diesem Virus wohl für immer verfallen. Bücher zum Anfassen und zum Lieben sind etwas Tolles!

    1. Da sagst du was Dieter, so eine Bibliothek ist ein absolut magischer Ort.
      Diese Magie des Papiers, da hat der Reader keine Chance dagegen.
      Dennoch ist das eBook genial, keine Frage. Wenn man zum Beispiel schnell etwas wissen möchte – man hat in Sekunden ein neues Buch vorliegen.

      Es ist einfach wie alles im Leben – jede Menge Vorteile und mindestens ebenso viele Nachteile 😉

  2. Hallo Sandra,
    als jahrzehntelanger Leser und Bücherwurm betrachte ich Bücher als meine ganz persönlichen Freunde. Aber in der letzten Zeit habe ich mir des Öfteren e-Books heruntergeladen. Dabei spielt der geringere Preis genauso eine Rolle wie die Tatsache, dass ich dann sofort mit dem Lesen anfangen kann, keine Lieferzeit und keine Wartezeit habe. Aber hauptsächlich ist es der Platz. Wie jeder leidenschaftliche Leser habe ich viele Bücher, sehr viele Bücher… Der Stauraum ist begrenzt, und sich von einem guten Buch trennen ist schwer … Ich sehe durchaus viele Vorteile im e-Book, auch wenn ich (noch?) keinen richtigen Reader habe und die Bücher einfach nur auf meinen normalen PC oder das iPad lade. Meiner Meinung nach werden die e-Books in Zukunft mehr werden, einfach aus Platz- und Kostengründen. Ganz verschwinden werden die normalen Bücher aber sicher nicht.

    1. Das mit dem sofortigen Schmökerspaß stimmt allerdings. Und ja, auch die Kosten sind ganz klar geringer. Es gibt sehr viele Vorteile des eBooks und man könnte tatsächlich meinen, dass hier die Zukunft liegt.

      Interessant ist dennoch, dass der eBook Markt wieder rückläufig ist. Das elektronische Buch kann seinen Ur-Ahnen also doch nicht ganz verdrängen 🙂

      1. Liebe Sandra, sicher glaube und hoffe ich nicht, dass das gedruckte Buch jemals ganz verschwinden wird. Aber – ich lebe in Ungarn, und daher ist für mich die Sache mit der Lieferzeit und auch den Versandkosten doch wesentlich relevanter als für Euch, wenn Ihr in Deutschland oder Österreich lebt. Es gibt sehr viele Versandhändler – nicht nur Buchhändler – die überhaupt nicht hierher liefern. Oder wenn, dann haben sie teilweise echt exorbitante Versandkosten, die in keinem Verhältnis zum Warenpreis stehen. Einen Bestellwert, ab dem kostenlos geliefert wird, gibt es auch nicht. Außerdem sind die Laufzeiten in der Post manchmal gewaltig, ich habe schon über 4 Wochen auf einen Brief gewartet. Bei einem Päckchen war der Rekord über 6 Wochen. Daher ist für mich der Download eines e-Books entschieden günstiger und sinnvoller – auch wenn mir in manchen Fällen das gedruckte Buch lieber wäre.

  3. Hallo Sandra,

    ich möchte nicht nochmal auf die Vor- oder Nachteile von gedruckten Büchern und E-Books eingehen und einfach nur meine ganz persönliche Meinung zum Thema äußern. Für mich kommen ganz klar „nur“ gedruckte Bücher in Frage. Ich mag es einfach, ein „richtiges“ Buch in den Händen zu halten, darin zu blättern und zu lesen. Außerdem möchte ich sehen, wofür ich mein Geld ausgegeben habe. Soll heißen, ich will das Buch im Regal stehen haben (notfalls auch im Karton verpackt wegen chronischem Platzmangel), anstatt „nur“ als Datei auf dem PC oder auf einem Reader. In meinem Umfeld habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Leute, bei denen das Handy und das Tablett nicht mehr wegzudenken ist, das downloaden von Musik und Filmen Tagesordnung, trotzten, wenn es ums lesen geht, auf ein Print-Buch zugegriffen wird. Scheint so, dass trotz der digitalen Alltagswelt das gute alte gedruckte Buch „noch“ nicht wegzudenken ist.

    1. Hallo Alexander,
      da geht es dir wie vielen anderen auch. Meine Gedanken dazu sind ganz ähnlich.
      Fakt ist, dass der digitale Tsunami nicht aufzuhalten ist. Dass sehr viele Dinge, und auch Jobs, wie wir sie heute kennen, bald der Vergangenheit angehören werden.
      Trotzdem, oder gerade deswegen, gibt es einiges, das wohl noch wichtiger wird.
      Denn Menschen werden immer mit Menschen zu tun haben wollen, der menschliche Kontakt wird weiter wichtig bleiben, sogar noch wichtiger werden. Die Kultur (wozu ja definitiv das Buch gehört) ist ebenfalls so ein Anker und ein Print-Buch, wie du es geschrieben hast, ist etwas zum Anfassen, etwas „Reales“, das mit allen Sinnen begriffen werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.