Fürchtest du den Krampus?

There’s no reason to do 🙂

In der magischen Zeit der Rauhnächte fährt nicht nur die Wilde Jagd durch die Lüfte.

Nein, es geht während dieser Ausnahmezeit auch sonst so manches nicht mit rechten Dingen zu. Seltsame Veränderungen sind zu erahnen:
Tiere sprechen plötzlich (Orakeln), Wasser verwandelt sich in Wein (Verwandlungszauber der Druiden), Teufel und Gespenster erschrecken die Menschen, welche sich in die Nacht verirren – Es ist die hohe Zeit der Mythen, Sagen und Bräuche.

Gerade in den ländlichen Gegenden Österreichs ist das Rauhnachtsbrauchtum noch immer äußerst lebendig. So fühlt man sich während des Krampusumzuges, der traditionell am 5. Dezember stattfindet, oder auch beim Besuch der Perchten in der letzten Rauhnacht unmittelbar in die mystische Welt der uralten Sagen versetzt.

Das steht auf jeden Fall auf meiner Löffelliste
( zu dieser Liste in Kürze mehr 😉 )
– ich möchte so einen Krampusumzug unbedingt einmal live erleben. 🙂

Auch hierzulande erinnern noch viele Bräuche an unsere alten Mythologien. Zum Beispiel die Sternsinger, welche den Zug der Percht mit den Kinderseelen symbolisieren.

Doch zurück zum Krampus.
In einer Zeit, in der die Menschen noch von und mit der Natur lebten, wurde dieser heidnische Brauch geschaffen. Die dunkle und eisige Zeit des Winters wurde als Bedrohung empfunden und so haben die Menschen den Krampus geschaffen, mit dessen schauriger Figur sie den bösen Geistern des Winters etwas entgegenstellen, und sie somit in die Flucht schlagen konnten.
Seinen Namen verdankt der Krampus den finsteren Figuren aus Dörrobst, die damals in Wien symbolisch für ihn gefertigt wurden.(Zwetschgenkrampus)
Dargestellt wurde der Krampus immer so, wie es sich die Menschen schrecklicher nicht vorstellen konnten. Deshalb veränderte er sein Aussehen mit der Zeit ständig.

Der Sinn und Zweck dieser hergestellten Figuren war, böse Geister und Dämonen zu versinnbildlichen und so den Gespenstern des Winters zu begegnen. Was man sehen und anfassen konnte, war schließlich nur noch halb so schlimm …
In der Zeit der Inquisition wurde der Krampusbrauch dann, wie so viele andere Bräuche auch, verboten, und sich zu verkleiden wurde unter Todesstrafe gestellt.
Doch in den schwer zugänglichen Alpen-Regionen hat sich der Brauch bis heute gehalten.

Auch bei uns hat sich der Brauch gehalten, er wurde durch die Christianisierung allerdings (wieder einmal) etwas abgeändert. Einst war nämlich die heidnische Frau Percht Gut und Böse in einer Person. So wurden aus der Percht und der Figur des Krampus einfach Nikolaus und Knecht Ruprecht gemacht.
Und diese zwei, die sehen wir jetzt überall 🙂

Have a magic time

Sandra

2 Gedanken zu „Fürchtest du den Krampus?“

  1. Einfach toll, es ist immer wieder schön, ein wenig hinter die Kulissen solcher alter Traditionen und ihrer mythologischen Quellen zu blicken – danke, Sandra!
    Und gerade der „Krampus“ und manche „Perchten“ sind auch noch erstaunlich eng mit anderen dämonischen Gestalten verwandt, sei es in Asien, Amerika oder Afrika.
    Und dass gerade in letztgenanntem Kontinent die Schamanentänze in Krampus-Verkleidung besonders wild und energiegeladen sind, sieht man zum Beispiel hier in diesem kleinen Clip:
    https://www.youtube.com/watch?v=_94viw75ulc&t=41s

    1. Hallo Dieter,
      wow, tolles Video 🙂

      Ja das ist wirklich interessant, dass die Mythologien sich überall auf der Welt ähneln. Obwohl man damals, zur Zeit des Entstehens dieser Bräuche, doch gar kein Internet hatte, um sich abzusprechen 😉
      Da stellt sich doch glatt die Frage, ob womöglich doch was dran ist an den vielen Geschichten …
      🙂

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