Die Elvyss – Verlockung der dunklen Macht

Ein Roman von Janina Breidt

… Als sie am Rande des Waldes ankamen, blieb Arkon schlagartig stehen. Ehrfurcht machte sich in ihm breit, und sein Herz raste.
»Magier Eledon, wir können nicht weiter gehen … was ist mit der dunklen Gestalt, die darin wohnt? Was ist, wenn wir ihr zum Opfer fallen …?«
»Genau deshalb sollst du mit mir kommen. Es gibt einiges, was ich dir erklären muss«, flüsterte Eledon. Mit diesen Worten drehte er sich um und ging unbeirrt den Pfad weiter.
Nach weiteren fünf Minuten Marsch reichte er Arkon eine Phiole und bat ihn, sie zu leeren. Was dann geschah, und was er dann erblickte, machte ihn sprachlos … „Die Elvyss – Verlockung der dunklen Macht“ weiterlesen

Blut und Asche

Ein Roman von Marie Richter

Die Nacht breitete ihr schwarzes Gefieder über das Land und vertrieb das letzte Dämmerlicht des Abends. Dunkelheit hüllte die wandernden Dünen der immer hungrigen Wüste ein und Schatten erklommen die trutzigen Mauern der Stadt, die sich Schutz suchend um eine Oase drängte. Sie hielten Einzug in ihren Winkeln und Gassen und boten jenen ein Versteck, die das Schwinden des Tageslichts aus ihren Löchern lockte. Das menschliche Gewürm drängte sich in die dunkelsten Ecken und ging dort seinen ruchlosen Geschäften nach. Vor dem Auge des Akars aber bot auch der finsterste Schatten keinen Schutz.
Reglos saß Jaron auf einem Dach, vom fahlen Mond in bleiches Licht getaucht, und beobachtete mit seinen verborgenen Sinnen, wie die Stadt in der Nacht erst wahrhaft erblühte. Er hätte sich gern abgewandt, angewidert von all der Verderbtheit, aber er konnte es nicht. Da war etwas an diesem widerlichen Bild, das nicht passte. Etwas stimmte nicht und das schon seit einem Jahrzehnt. Nacht für Nacht beobachtete er die Stadt nun und war doch noch nicht darauf gekommen … „Blut und Asche“ weiterlesen

Charlotte – der unergründliche Spiegel

Ein Roman von Sabrina Nickel

… Durch ein geöffnetes Fenster am anderen Ende des Raumes flutet Sonnenlicht. Staub wirbelt in den Strahlen und glänzt wie Gold. Unter dem Fenster, hinter einem Umzugskarton, taucht ein schwarzes Katzenköpfchen auf. Gerade will ich ein ernstes Wort mit der Kleinen reden, da fällt mir ein Buch im Karton auf. Es ist etwas zerfleddert und hat einen schwarzen Ledereinband mit einer silbernen Schnalle, die in der Sonne glänzt. Die Größe entspricht in etwa der eines Notizbuches. Ein ovaler, in die Schnalle eingelassener Stein blitzt mich in einem geheimnisvollen Grün an. Ich kann nicht anders – ich nehme es aus dem Karton, schlage es auf und fange an zu lesen …

„Charlotte – der unergründliche Spiegel“ weiterlesen

Maharads- das Geheimnis der Sterne

Ein Roman von Melanie Klein

Er hat mich, er will mich und er wird mich nie wieder gehen lassen. Mein Leben – ein einziger Scherbenhaufen, den ich vermutlich nie wieder richtig zusammengesetzt bekomme.
Seit sechs Monaten sitze ich jeden Abend in diesem, nach verfaulten Lebensmitteln stinkenden Saal. Ein Saal, den ich seit sechs Monaten verfluche, genauso wie mein jetziges Dasein auf diesem verdammten Schloss – auch Arche der Hoffnung genannt, doch ich bevorzuge den Begriff Hölle. „Maharads- das Geheimnis der Sterne“ weiterlesen

Ophéa – im Bann des Drachen

Ein Roman von Bettina Auer

… Ein mannshoher Zaun hielt die Staunenden davon ab, der Tribüne näher zu kommen. Die zehnjährige Elbin musste schwer schlucken, als sie die offene Wunde des Drachens erblickte, die er unter seinem linken Flügel versteckte.
„Du armes Wesen. Du musst schreckliche Schmerzen haben“, dachte sie wehmütig mit feuchten Augen.
Plötzlich umfasste jemand grob ihr linkes Handgelenk. »Da bist du ja! Was fällt dir ein wegzulaufen, Elbenbrut!«
Das Mädchen drehte sich um und sah angsterfüllt zu dem Mann, der sie festhielt. Er war mindestens doppelt so groß und breit wie sie. Sein rotes Wams spannte sich über den Bauch, die schwarze Hose drohte aus allen Nähten zu platzen. Auf dem Kopf trug er einen albernen Hut, an den Fingern steckten unzählige Ringe, besetzt mit kostbaren Edelsteinen.
»Es tut mir leid, Herr. Ich wollte den Drachen sehen«, rechtfertigte sie sich und nahm wahr, dass die Menschen um sie herum tuschelten und mit dem Finger auf sie zeigten … „Ophéa – im Bann des Drachen“ weiterlesen