Charlotte – der unergründliche Spiegel

Ein Roman von Sabrina Nickel

… Durch ein geöffnetes Fenster am anderen Ende des Raumes flutet Sonnenlicht. Staub wirbelt in den Strahlen und glänzt wie Gold. Unter dem Fenster, hinter einem Umzugskarton, taucht ein schwarzes Katzenköpfchen auf. Gerade will ich ein ernstes Wort mit der Kleinen reden, da fällt mir ein Buch im Karton auf. Es ist etwas zerfleddert und hat einen schwarzen Ledereinband mit einer silbernen Schnalle, die in der Sonne glänzt. Die Größe entspricht in etwa der eines Notizbuches. Ein ovaler, in die Schnalle eingelassener Stein blitzt mich in einem geheimnisvollen Grün an. Ich kann nicht anders – ich nehme es aus dem Karton, schlage es auf und fange an zu lesen …

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Maharads- das Geheimnis der Sterne

Ein Roman von Melanie Klein

Er hat mich, er will mich und er wird mich nie wieder gehen lassen. Mein Leben – ein einziger Scherbenhaufen, den ich vermutlich nie wieder richtig zusammengesetzt bekomme.
Seit sechs Monaten sitze ich jeden Abend in diesem, nach verfaulten Lebensmitteln stinkenden Saal. Ein Saal, den ich seit sechs Monaten verfluche, genauso wie mein jetziges Dasein auf diesem verdammten Schloss – auch Arche der Hoffnung genannt, doch ich bevorzuge den Begriff Hölle. „Maharads- das Geheimnis der Sterne“ weiterlesen

Ophéa – im Bann des Drachen

Ein Roman von Bettina Auer

… Ein mannshoher Zaun hielt die Staunenden davon ab, der Tribüne näher zu kommen. Die zehnjährige Elbin musste schwer schlucken, als sie die offene Wunde des Drachens erblickte, die er unter seinem linken Flügel versteckte.
„Du armes Wesen. Du musst schreckliche Schmerzen haben“, dachte sie wehmütig mit feuchten Augen.
Plötzlich umfasste jemand grob ihr linkes Handgelenk. »Da bist du ja! Was fällt dir ein wegzulaufen, Elbenbrut!«
Das Mädchen drehte sich um und sah angsterfüllt zu dem Mann, der sie festhielt. Er war mindestens doppelt so groß und breit wie sie. Sein rotes Wams spannte sich über den Bauch, die schwarze Hose drohte aus allen Nähten zu platzen. Auf dem Kopf trug er einen albernen Hut, an den Fingern steckten unzählige Ringe, besetzt mit kostbaren Edelsteinen.
»Es tut mir leid, Herr. Ich wollte den Drachen sehen«, rechtfertigte sie sich und nahm wahr, dass die Menschen um sie herum tuschelten und mit dem Finger auf sie zeigten … „Ophéa – im Bann des Drachen“ weiterlesen