Blut und Asche

Ein Roman von Marie Richter

Die Nacht breitete ihr schwarzes Gefieder über das Land und vertrieb das letzte Dämmerlicht des Abends. Dunkelheit hüllte die wandernden Dünen der immer hungrigen Wüste ein und Schatten erklommen die trutzigen Mauern der Stadt, die sich Schutz suchend um eine Oase drängte. Sie hielten Einzug in ihren Winkeln und Gassen und boten jenen ein Versteck, die das Schwinden des Tageslichts aus ihren Löchern lockte. Das menschliche Gewürm drängte sich in die dunkelsten Ecken und ging dort seinen ruchlosen Geschäften nach. Vor dem Auge des Akars aber bot auch der finsterste Schatten keinen Schutz.
Reglos saß Jaron auf einem Dach, vom fahlen Mond in bleiches Licht getaucht, und beobachtete mit seinen verborgenen Sinnen, wie die Stadt in der Nacht erst wahrhaft erblühte. Er hätte sich gern abgewandt, angewidert von all der Verderbtheit, aber er konnte es nicht. Da war etwas an diesem widerlichen Bild, das nicht passte. Etwas stimmte nicht und das schon seit einem Jahrzehnt. Nacht für Nacht beobachtete er die Stadt nun und war doch noch nicht darauf gekommen …

Jaron ist ein Akar – ein unsterbliches Geschöpf der Nacht. Sein Leben führt er inmitten düsterer Schatten. Beständig auf der Flucht vor seinen eigenen finsteren Trieben, sinnt er seit Jahrhunderten auf Rache.
Doch sein Dasein erfährt eine jähe Wende, als das mysteriöse Mädchen Anubail in sein Leben tritt.

Zeitgleich entsteht Chaos, die Menschen erheben sich gegen die Akaru und ein mächtiger Geheimbund tritt aus dem Schatten.
Jaron hat indes nur noch Augen für Anubail, er verliebt sich in sie und ahnt schon bald, dass sie der Schlüssel ist, zu jenem Geflecht aus Lügen und Verrat, das nicht nur seine Stadt, sondern die ganze Welt bedroht.
Er will sie retten, obgleich ihn immer mehr die Gewissheit beschleicht, dass er selbst in diesem Kampf sein Leben gefährden wird.

Erscheint im Herbst 2017

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